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Lunenburg: Neue Heimat in fremdem Land

Dr. Gertrud Waseem

. . .  Am 10. Mai 1753 faßte das Kabinett in Halifax den formellen Beschluß, Merligash mit den protestantischen Einwanderern zu besiedeln, die hauptsächlich aus Südwestdeutschland, Montbéliard und der Schweiz stammten, und der zukünftigen Gemeinde den Namen Lunenburg zu geben – zu Ehren Königs Georg II. – der auch Herzog von Braunschweig-Lüneburg war. . . .

Am 29. Mai war es so weit. . . . Doch erst am Abend des 7. Juni kam ein günstiger Wind auf, so daß die Schiffe segeln konnten. In der Zwischenzeit lagen sie mit ihren Passagieren vor Halifax, Verpflegung mußte nachgeschickt werden, das Trinkwasser ging aus, ein Kind wurde geboren – was für Gefühle sich wohl der Auswanderer bemächtigten?

Zuerst ging alles wie geplant. Dann begannen die Probleme. Die Arbeit ging bei weitem nicht so schnell vonstatten, wie Lawrence erwartet hatte. . . . Ehe er sichs versah, erkundeten sie die Umgebung, ohne an die Gefahr eines möglichen Überfalls der Indianer zu denken. Die Munition, die sie zusammen mit den Gewehren zu ihrer Verteidigung erhalten hatten, verwendeten sie dazu, sich frisches Fleisch zu verschaffen. . . .

Die Siedler befanden sich . . . in einer schwierigen Situation. Die Lebensmittelzuteilungen genügten nicht, einen Mann satt zu machen; . . . Die meisten Siedler brauchten nicht nur zusätzliche Verpflegung; sie brauchten auch Kleidung, Schuhe, Haushaltungsgegenstände, wenn auch nur, um das zu ersetzen, was nicht mehr brauchbar war. Noch hinzu kam, daß das Wetter durchweg schlecht war. Bald machte sich eine allgemeine Unzufriedenheit breit.  . . .

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. . . Es scheint, daß die Siedler überzeugt waren, daß die englische Regierung ihre Versprechen nicht erfüllen würde.

. . . Als es 1756 aussah, als ob es mit der neuen Siedlung aufwärts gehen würde, brach der [Siebenjährige] Krieg zwischen England und Frankreich aus.

Die Indianer. . . überfielen die einzelnen Höfe, töteten und skalpierten die Bewohner oder schleppten sie als Geiseln mit, raubten und brannten Häuser nieder. . . . Während des Krieges sollen 32 Lunenburger von den Indianern umgebracht worden sein. . . .

Unter diesen Umständen verließen viele Siedler . . . ihre Höfe. . . . Als 1758 die erste Volkszählung vorgenommen wurde, hatte die Gemeinde Lunenburg 1374 Einwohner, 79 Leute weniger als bei der Gründung im Jahre 1753.

Erst nach 1760 begannen sich die Siedler in ihrer neuen Heimat zu Hause zu fühlen. . . .

 

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